- MOI bleibt Motor neuer Entwicklungen
- Größere Sweetspots, mehr Aerodynamik, ausgefeilte Gleitsohlen
- Größere Auswahl für unterschiedlichste Schwungprofile
- Schaftwechsel und nachträgliche Anpassmöglichkeiten
Das wichtigste Stichwort auf der GOLF
EUROPE 2009 vom 5. bis 7. Oktober 2008 in München bleibt MOI, engl. Moment of
Inertia = Massenträgheitsmoment. Auch ohne nähere Physik-Kenntnisse ist MOI
inzwischen wohl allen Golfern bekannt, ist doch ein hohes MOI Merkmal für höherer
Stabilität und darf in keinem modernen spielunterstützenden Schläger fehlen.
Für 2009 bietet die Industrie dem
Golfspieler mehr Kaufanreize denn je. Nie waren die neuen Groß-Kopf-Driver
rassiger, schnittiger, formschöner und futuristischer als für die Saison 2009.
Die Designabteilungen haben ganze Arbeit geleistet und sich Anregungen bei
„echten Männerthemen“ geholt: bei Racing-Cars, Starfightern, modernster
Aeronautik.
Die Designs zeigen eine klare
Formensprache voll Kraft und Dynamik gepaart mit aerodynamischen Aspekten.
Letztere haben wesentlich die neuen Formen beeinflusst. Sie drücken sich in
fließenden Übergängen aus und in sich nach hinten verjüngenden Schlägerköpfen
(Driver). Gewichtskartuschen, -pads oder -einsätze erfüllen nicht nur ihren
Zweck (den Schwerpunkt tief und weit nach hinten zu verlagern), sondern werden
elegant in die Designs integriert - teils wie Intarsien glatt in die Sohlen
oder den Übergang zum Schlägerrücken, teils spoilerähnlich abgesetzt. Der
Kampfjet F-22 und Lamborghinis Reventón dienten einem der großen
Driverhersteller als Inspirationsquelle für seinen neuesten Wurf.
Neben überzeugender Ästhetik warten die
Modelle 2009 mit ebenso überzeugenden Hardfacts auf: Dünne Wandstärken und
ultraleichte Composite-Materialien erlauben es, in neue Grenzbereiche der
gezielten Gewichtsverteilung vorzustoßen (alle Schlägerbereiche) und noch mehr
Gewicht(e) in die Sohlen zu legen, um den Ballabflug zu erleichtern.
Die Schlagflächen (Driver und Hölzer)
werden noch etwas länger, und vor allem noch verzeihender durch größere
Sweetspots. Rückseitige Verstärkungen der ultradünnen Metalle (in Trapez-,
Rhombus-, Kreuz- oder X-Form) erweitern die optimale Treffzone praktisch über
die gesamte Schlagfläche: auch nicht mittig getroffene Bälle fliegen weiter und
gerader als früher. Im Prinzip muss man den Ball nur noch „irgendwo“ an der
Schlagfläche treffen.
Getunt wird auch an neuen „Sound“- und
„Feel“-Designs. Dämpfende Kunststoffrippen verwandeln zu hellen Klang in einen satten
Sound.
Mehr als je zuvor kommen alle
Schlägertypen unterschiedlichen Schwungprofilen entgegen. So werden sowohl
reine Titanversionen als auch Multi-Material-Varianten angeboten.
Bei Drivern, Fairwayhölzern und Hybrids
geht der Trend dahin, nicht nur verschiedene Loftgrade anzubieten, sondern auch
eine größere Auswahl an Standardschäften. Der Golfer wählt 2009 seinen Schaft
nicht nur nach Gewicht und Flexibilität aus, sondern auch nach der gewünschten
(oder für ihn passenden) Flugkurve (eher hoch, oder flach; mit mehr oder
weniger Spin). Aus mehreren Lofts kann der Golfspieler nächste Saison auch beim
Holz Nr. 3 wählen, um die für ihn passende Flugkurve zu erhalten.
Den Sidespin selbst beeinflussen: Mehr
Auswahlmöglichkeiten wird es auch im Hinblick auf die bevorzugte
Schlagflächenstellung (neutral oder geschlossen) geben. Verschiedene Modelle
werden in beiden Versionen angeboten. Brandneu wird auf der diesjährigen GOLF
EUROPE die Option präsentiert, eine Drawflugkurve nachträglich einzustellen.
Möglich wird dies durch ein Spezial-Hosel, welches eine Schaftarretierung in
zwei unterschiedlichen Schlägerkopfstellungen erlaubt.
Damit nicht genug: Dieses und auch
weitere Systeme erlauben darüber hinaus sogar einen nachträglichen
Schaftwechsel seitens des Anwenders. So kann der Spieler je nach Wetter- und
Platzbedingungen den gewünschten Schaft einsetzen oder zu seinem Standardschaft
einen Schlägerkopf mit mehr oder weniger Loft wählen.
Auf den Spieler maßangepasste Schläger
sind ein Megatrend, dem sich keiner entziehen kann. In erster Linie dienen
daher die erwähnten Hosel/Stecksysteme von Schlägerkopf und Schaft dem
professionellen Custom-Fitting durch Golflehrer oder in Fitting-Stationen.
Vielfältigste Neuerungen gibt es bei
Eisen. Verstärkt auf den Einsteiger-Teeboxen
stehen Sets, die mehrere Schlägerformen – Utility-Hölzer, Hybrid-Eisen
und Eisen mit breiter Sohle – in einem
Schlägersatz von 8 bis 10 Schlägern vereinen. Vorteil: Alle Längenschritte sind
optimal auf einander abgestimmt.
Auf breiter Bahn zu beobachten sind
neue, ausgefeiltere Sohlendesigns. Sie sind häufig von vorne nach hinten und
von der Spitze zur Ferse stärker gerundet. Effekt: Die Fläche, die mit dem
Boden Kontakt hat, ist kleiner, die Schläger gleiten besser durch das Gras,
verkanten weniger, der Bodenwiderstand wird reduziert vor allem auch bei
Schlägen aus hohem Gras und Rough.
MOI beflügelt Putter-Designer zu futuristischen,
kühnen Formen. Ähnlichkeiten zu Star Wars Pod Racer sind durchaus beabsichtigt.
Wechselgewichte erlauben eine Anpassung an die persönliche Schlagintensität
oder an unterschiedlich schnelle Grüns. Aus mehreren Kunststoffen mehrschichtig
aufgebaute Schlagflächen oder
Kombinationen aus Kunststoffen und gefrästen Stahlschlagflächen
vermitteln ein neues Schlaggefühl: mehr Gefühl, dazu Performance und
Haltbarkeit.
Die GOLF EUROPE 2008, 16.
Internationale Fachmesse für den Golfsport vom 5. bis
7. Oktober 2008 in München bietet einen
umfassenden Überblick über die aktuellen Produkte für die nächste Golfsaison.