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Nr. 726.09.2007Download: 
Golfschläger 2008 – Neue Geometrien und individuelle Anpassungsmöglichkeiten
• MOI, Multi-Material-Konstruktionen und definierte Wandstärken
• Quadratische Formen erobern die Fairways
• Schläger nach Maß für jede Situation

Ab 2008 sind Driver, deren Schlagflächen einen hohen COR-Wert haben (>0,83), in Turnieren nicht mehr zugelassen. Diese Regelung gilt für alle Spieler, also auch für Amateure.

Das Verbot der Trampolinschlagflächen hat die Industrie zu neuen Entwicklungen beflügelt, deren Merkmale dem Spieler viele andere teils noch spannendere Vorteile an die Hand geben. Die GOLF EUROPE 2007, 15. Internationale Fachmesse für den Golfsport vom 7. bis zum 9. Oktober 2007 in München, zeigt sie alle.

Das wichtigste aktuelle Stichwort ist sicher MOI – Trägheitsmoment, abgeleitet vom englischen „Moment of Inertia“. Die Idee dahinter: Je höher das Trägheitsmoment, umso weniger neigt der Schläger (egal ob Holz oder Eisen) dazu, sich zu verdrehen. Die Chance, dass die Schlagfläche im Treffmoment gerade an den Ball kommt, wird dadurch höher. Das Thema MOI zieht sich durch alle Schlägerbereiche vom Driver bis zum Putter. Darum argumentiert man inzwischen sogar für ein neues Golfballmodell mit Kernen, die nach außen hin härter werden.

Bei Drivern führten die Bemühungen um ein hohes MOI jüngst zu den quadratischen Formen, die Callaway Golf und Nike in dieser Saison dem Markt präsentierten. Hersteller, die diesen Weg eingeschlagen haben, werden ihn konsequent weiterverfolgen und die Idee von quadratisch und praktisch auch weiter auf die Fairways bringen. Neue Geometrien schließen aber auch Formen ein, die weiterentwickelt aus dem klassischen Tropfenprofil, einen beispielsweise mehr dreieckigen Umriss zeigen, oder solche, deren Schlägerdach nicht klassisch nach oben gewölbt ist, sondern eher steil nach hinten abfällt. Die gestalterischen Möglichkeiten moderner CAD-Systeme sind in diesem Punkt noch nicht ausgereizt.

Was die Größe und die Spezifikationen angeht, kratzt man überall am Limit: XX-Werte in Größe, Trägheit und Leichtigkeit. Und die Schäfte? Leichter und länger. Die Driverschäfte 2008 liegen zwischen 45,1/4 bis 45 ¾ Zoll mit dem Ziel, möglichst viel Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erzeugen. Ob dies ohne Einbuße der Kontrolle gehen wird, muss die Spielpraxis zeigen.

Nicht immer sofort augenfällig, in der Wirksamkeit für den Spieler aber als vorteilhaft spürbar sind so genannte Multi-Material Konstruktionen mit mehreren Werkstoffen. Mit ihnen lässt sich Gewicht definiert verteilen (vor allem in den hinteren unteren Teil des Schlägers), um einen steilen Ballstart und eine hohe Ballflugkurve zu unterstützen. Die gleiche Richtung wird auch durch die Verarbeitung unterschiedlicher Materialstärken eingeschlagen.

Eines der wichtigsten Themen der Zukunft liegt in der Anpassung an unterschiedliche Schwungprofile und Spielsituationen. TaylorMade setzte 2004 die erste Schraube. Andere Anbieter haben nachgezogen - 2008 werden weitere Driver mit fixierten und beweglichen Gewichtskartuschen Abschläge auf die Bahn geschickt. Neueste Lockerungen der Regelbehörden zu dieser „Adjustability” in Hölzern und Eisen ebnen beweglichen Schlägerkomponenten die Fairways. Für Putter sind neben Gewichten mittlerweile bereits Wechselschlagflächen erlaubt. Darüber hinaus fördert die Innovationskraft bei dieser Schlägergattung nicht nur ausladende Geometrien mit hohem Trägheitsmoment, sondern auch immer raffiniertere Ausrichtsysteme.

Multi-Material Konstruktionen betreffen auch Eisen in bisher nicht da gewesenem Maße. Im Segment der spielunterstützenden Eisen werden ultradünne und hochfeste Schlagflächen zu sehen und zu hören sein, die in den Schlägerkopf, der in erster Linie nur mehr ein Rahmen ist, eingesetzt sind. Zur Klang- und Gefühlsoptimierung werden herstellerabhängig softe Kunststoffe kombiniert.

Hybrids haben sich inzwischen fest etabliert und ergänzen in Einsteigersätzen zunehmend die Eisen 4,5,6, in Einzelfällen sogar das Eisen 7. Dies gilt auch für Damen- und Seniorensätze. Für diese Schlägergattung darf man gespannt in die Saison 2008 blicken: Neue Form-Ansätze und neue Loft-/Länge-Versionen sind zu erwarten.

Custom-Fitting , die Schläger nach Maß haben jetzt den ganzen Golfmarkt erfasst. Die neuesten Entwicklungen hier betreffen die Verfeinerung von – per se durchaus bekannten - Stecksystemen. Sie sind nach Angaben der führenden Hersteller heute so gut abgestimmt, dass der Steckmechanismus kaum mehr ins (Schwung-) Gewicht fällt. Hier könnten in den nächsten Jahren als Symbiose der technischen Möglichkeiten und der Akzeptanz durch die Regelbehörden ganz neue Wege beschritten werden.

7/MK/sk
 
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